Buchhandlung SeitenBlick
 
 
 
 
 
 
 
9. Literarisches Adventsrätsel

Liebe Lesende im Advent,
die Vorweihnachtszeit gilt womöglich nicht als Hauptreisezeit, womit wir schon bei unserem diesjährigen literarischen Adventsrätsel wären und bei der kleinen Kompensation, die es Reiselustigen und -verhinderten anbietet. Jeden Tag, drei Wochen lang (außer sonntags) erlaubt ein literarisches Zitat, eine kleine Reise in Raum und bisweilen auch in Zeit zu unternehmen.
 
 
 
 
 

Der Modus ist wie immer: jeden Tag kann teilgenommen und ein Tagespreis gewonnen werden, für die Bewerbung um den Gesamtsieg beim renommierten Wettbewerb empfiehlt sich regelmäßiges Teilnehmen. Mitunter werden treue und originelle Rater auch mit außerplanmäßig ausgerufenen Sonderdotierungen belohnt. Die Fragen sind an jedem Tag auf unserer Homepage www.seitenblick-leipzig.de zu finden, liegen aber auch im Laden aus.

Antworten können telefonisch 0341/9261813, per Fax 0341/9261814, per Mail seitenblick-leipzig@t-online.de oder persönlich im Laden Goetzstraße 2/ am Lindenauer Markt in 04177 Leipzig übermittelt werden.

Wir wünschen viele schöne Tagesreisen und unerschrockene Lust beim Ausschließen, Abwägen und Raten. Als garantiert selbstgemachtes, ungesponsertes und wissenvermehrendes darf dieses Rätsel guten Gewissens weiter empfohlen werden.

Eine schöne Ratezeit  wünschen

Jacqueline Simon & Ansgar Weber


Liebe Literaturratende im Advent,

habt und haben Sie auch dieses Jahr wieder herzlichen Dank für Ihre Teilnahme! In der aktuellen Runde unseres Adventsrätsel können wir ausnahmsweise vier glückliche Gesamtgewinner ausrufen. Die Gesamtsieger sind: Roland Beer, Alexandra Maier, Tobias Luther und Regina Möller. Neben dem Recht sich für die Dauer eines Jahres Träger des Preises des literarischen Adventsrätsel 2013 der Buchhandlung SeitenBlick zu nennen, erhält jedes Mitglied des famosen Rätsel-Quartetts eine Exklusiv-Ausgabe des dreiteiligen Essays von Carolin Emcke „Über das Reisen“ als Anerkennung und Insignie seiner Leistung.


23. Dezember 13, Frage 19:


Wer macht sich im Folgenden etwas über die Engländer lustig?

„Beschuldigt mich nicht der Anglomanie, lieber Leser, wenn ich in diesem Buch sehr häufig von Engländern spreche; sie sind jetzt in Italien zu zahlreich, um sie übersehen zu können, sie durchziehen dieses Land in ganzen Schwärmen, lagern in allen Wirtshäusern, laufen überall umher, um alles zu sehen, und man kann sich keinen italienischen Zitronenbaum mehr denken, ohne eine Engländerin, die daran riecht, und keine Galerie ohne ein Schock Engländer, die, mit ihrem Guide in der Hand, darin umherrennen, und nachsehen, ob noch alles vorhanden, was in dem Buche als merkwürdig erwähnt ist.“

a) Heinrich Heine (in der Reise von München nach Genua)
b) Heinrich Laube ( in den Reisenovellen)
c) Heinrich Klüver (in Gebrauchsanweisung Italien)

Die richtige Antwort ist: a) Heinrich Heine (in der Reise von München nach Genua)
Die Gewinnerin von Frage 19 ist: Andrea Reich
Der Preis: Endlich Ferien!




21. Dezember 13, Frage 18:


Von wem stammen diese Überlegungen zu dem Moment, da das Reisen beginnt?

„Vielleicht beginnt dort erst das Reisen: wo die Karte aufhört, die Straße endet, das Haus nicht zu finden ist, zu dem man eigentlich wollte, der Übersetzer niemanden mehr kennt und das offene Reisen beginnt, das nur aus Vertrauen besteht, das sich leiten lässt von einem Bauern am Wegrand, einer Großmutter, die einem stumm den Weg zeigt, das ist das eigentliche Reisen, bei dem man nicht mehr weiß, wo man übernachten wird, bei wem und welche der Überzeugungen, die man noch am Morgen hatte, am Abend Gültigkeit behalten werden.“

a) Anselm Grün (in Kartenlos Reisen. Ein Ratgeber für Drinnen und Draußen)
b) Alain de Botton (in Kunst des Reisens)
c) Carolin Emcke (in dem Radioessay Über das Reisen, abgedruckt in Weil es sagbar ist)

Die richtige Antwort ist: c) Carolin Emcke
Der Gewinner von Frage 18 ist: H.-J- Krüger
Der Preis: Coelho: Aleph




20. Dezember 13, Frage 17:


In welchen Geburtsort mit dem Anfangsbuchstaben W kehrt hier ein deutschsprachiger Schriftsteller zurück?

„Hinter der Rezeption im Engelwirt war, nachdem sich auf mein Läuten lang nichts gerührt hatte, eine sehr wortkarge Dame aufgetaucht. Ich hatte nirgends eine Tür gehen hören, nirgends sie hereinkommen sehen, und doch war sie auf einmal dagewesen. Mit unverhohlener Missbilligung musterte sie mich, sei es wegen meiner von der langen Wanderung in Mitleidenschaft gezogenen äußeren Erscheinung, sei es wegen meiner ihr ihr unerklärlichen Geistesabwesenheit. Ich verlangte ein Zimmer zur Straße hinaus im ersten Stock, vorerst auf unbestimmte Zeit. Obzwar es ohne weiteres möglich sein musste, meinen Wunsch zu entsprechen, weil auch im Gastgewerbe der November der Totenmonat ist, in welchem das in dem leeren Haus verbliebene reduzierte Personal den abgewichenen Gästen nachtrauert, als seien sie wirklich auf ewig abgereist, obzwar also ein zur Straße hinaus gelegene Zimmer im ersten Stock ohne jeden Zweifel verfügbar war, blätterte die Rezeptionsdame vorwärts und rückwärts in ihrem Register herum, ehe sie mir die Schlüssel aushändigte […] Den ausgefüllten Anmeldezettel, auf dem ich als Berufsbezeichnung und meine komplizierte englische Adresse angegeben hatte, studierte sie mit hochgezogenen Augenbrauen, denn wann und zu welchem Zweck wäre je ein englischer Auslandskorrespondent im November zu Fuß, und unrasiert!, nach W. gekommen und hätte im Engelwirt ein Zimmer bezogen auf unbestimmte Zeit.“

a) Wien (Elias Canetti)
b) Wertach (W.G. Sebald)
c) Wolfratshausen (Hans Magnus Enzensberger)

Die richtige Antwort ist: b) Wertach (W.G. Sebald)
Der Gewinner von Frage 17 ist: Th. Blum
Der Preis: Benedict Wells: Fast genial




19. Dezember 13, Frage 16:


Welcher weit gereiste Besuch beschreibt im Sommer 1959 einen Sonntagnachmittag in Leipzig mit den folgenden Worten?

„Sonntags strömt die Masse in die Vergnügungsparks, wo Tanzmusik gespielt wird, man Limonade trinkt und, alles in allem, einen anstrengenden Nachmittag zu einem sehr niedrigen Preis verbringt. Die Tanzfläche ist brechend voll, aber die zusammengedrängten, fast unbeweglichen Paare sehen ebenso verdrossen aus wie die in die Straßenbahn gepferchte Menschenmenge. Die Bedienung ist langsam, und man muß überall eine halbe Stunde anstehen, um Brot, Eisenbahnfahrkarten oder Kinokarten zu kaufen. Wir brauchten zwei Stunden in einem Vergnügungspark, wo man sich mit den Ellbogen einen Weg durch Liebespaare und Ehepaare mit Kindern bahnen musste, um eine Limonade zu kaufen. Eine eiserne, aber unwirksame Organisation wie jene kommt der Anarchie am nächsten.“

a) Gabriel Garcia Marquez
b) William Carlos Williams
c) Mori Ogei

Die richtige Antwort ist:a) Gabriel Garcia Marquez
Die Gewinnerin von Frage 16 ist: S. Schönberg
Der Preis: Bäuchle: Irland




18. Dezember 13, Frage 15:


Welcher nordspanischen Reise verdankt sich folgende Beschreibung?

„Es ist ein Uhr, die heißeste Zeit. Die gesamte Bevölkerung sitzt im Schatten der großen Bäume im Park. In dessen Mitte steht eine jahrhundertalte Ulme, um die man einen gusseisernen Musikpavillon gebaut hat. Männer lesen den Heraldo de Aragón oder die Voz de Soria, ich schlendere entlang den gestutzten Zypressen, alle sitzen unter den Ulmen und Linden wie vor hundert Jahren, keiner hat sich bewegt. Ich höre meine Schritte auf dem Kies, das unnachahmliche Geräusch einer spanischen Menschenmenge, das Gemurmel alter Leute und Verliebter, die Celli der Erwachsenen, die höher gestimmten Instrumente der Kinder, das Plätschern des Brunnens, das in heißen, trockenen Ländern immer etwas anderes bedeutet als in den grauen Ländern, in denen das Wasser von selbst vom Himmel fällt. Um fünf Uhr, als der Nachmittag seiner selbst überdrüssig geworden ist, öffnen die kleinen und großen Geschäfte wieder […] Würste, so schwarz wie Steinkohle, Essen aus einer anderen Zeit, Essen für andere Menschen. Bei La Delicia, der Konditorei der Witwe von Epifanio Lis, liegen die gefärbten Schaumpyramiden meiner Urgroßmutter, in der Bar < Zur Sonne > trinkt der eine Herr einen schwarzen Kaffee mit vier Eiswürfeln und der andere Herr einen dreifachen Kognac. Draußen sind es immer noch vierzig Grad.“

a) der Reise von Hauptfigur Hartmut Hainbach in Stephan Thomes Roman Fliehkräfte
b) dem Umweg nach Santiago in Cees Nootebooms gleichnamigen Buch
c) der verfluchten Pilgerreise nach Santa Cruz (von Pete Dexter)

Die richtige Antwort ist: b) dem Umweg nach Santiago in Cees Nootebooms gleichnamigen Buch
Der Gewinner von Frage 15 ist: M. Mittag
Der Preis: 250 Gartenträume




17. Dezember 13, Frage 14:


Wer bummelt da über europäische Berge?

„Das Jodeln hielt an und hörte sich sehr angenehm und erfrischend an. Nun erschien der Jodler – ein sechzehnjähriger Sennerbub - , und in unserer Freude und Dankbarkeit gaben wir ihm einen Franken, damit er noch etwas jodelte. Also jodelte er, und wir hörten zu. Dann gingen wir weiter, und er jodelte uns großzügig, bis wir außer Sichtweite waren, nach. Nach etwa fünfzehn Minuten stießen wir auf einen weiteren jodelnden Sennerbuben und gaben ihm einen halben Franken, damit er weiterjodelte. Auch er jodelte, bis wir außer Sichtweite waren. Danach trafen wir alle zehn Minuten auf einen Jodler; dem ersten gaben wir acht Cent, dem zweiten sechs Cent, dem dritten vier Cent, dem vierten einen Penny, den Nummern fünf, sechs und sieben zahlten wir nichts und stellten für den Rest des Tages die übrigen Jodler für einen Franken pro Kopf dazu an, nicht mehr zu jodeln. In den Alpen kriegt man etwas zu viel von diesem Gejodele.“


a) Robert Walser (in: Der Jüngling in den Bergen)
b) Mark Twain (in: Bummel durch Europa)
c) Reinhold Messner (in: Tödliches Bummeln. Grenzerfahrung Dolomiten)

Die richtige Antwort ist: b) Mark Twain (in: Bummel durch Europa)
Der Gewinner von Frage 14 ist: F. Zweynert
Der Preis: Cerha: Zehntelbrüder




16. Dezember 13, Frage 13:


Wer erblickt im Folgenden ergriffen das Eismeer unterhalb des Montblanc?

„Endlich kamen wir nach einer Wendung zwischen großen, mit schönem Moos und kleinen Blümchen bedeckten Steinen auf die Höhe, hatten den mit ewigem Eis bedeckten Montblanc vor uns, die nackte Felsenspitze des Dru zu einer und die Aiguille du Midi zur andern Seite. Einige Schritte weiter zu unsern Füßen das Eismeer in dem ziemlich breiten Tal zwischen diesen Bergen hingezogen; wirklich in Gestalt hoher Wellen, die sich aus der Höhe herabwälzen und Granitblöcke mit sich führen, die so groß wie mein halbes Zimmer sind. Zwischen ihnen Pyramiden von glänzendem Eis wie von Kristall und der Einschnitt, welcher eine weiße Welle von der andern absondert, mit himmelblauem Eis besetzt. Man lernt an Allmacht glauben, wenn man hier steht und die Felsen sieht. Wie klein, wie niedrig scheint aller Stolz der Welt, alles, wovon wir eine große Idee hatten.“

a) Sophie von La Roche (in: Tagebuch einer Reise durch die Schweiz)
b) Carl Gustav Carus (in: Anmerkungen zu einem Gemälde)
c) Charlotte Roche (in: Heisskalter Aufstieg)

Die richtige Antwort ist: a) Sophie von La Roche (in: Tagebuch einer Reise durch die Schweiz)
Der Gewinner von Frage 13 ist: F. Willberg
Der Preis: Heute Gestern Morge. Geschichten über den Stadtalltag




14. Dezember 13, Frage 12:


Wer berichtet hier von Reisen durch den Orient?

„Die Reise aber lüftet ein wenig den Schleier über dem Geheimnis des Raums – und eine Stadt magisch-unwirklichen Namens, Samarkand die Goldene, Astrachan oder Isfahan, Stadt des Rosenöls, wird wirklich im Augenblick, da wir sie betreten und mit unserem lebendigen Atem berühren. Das Pflaster von Damaskus hallt unter unserem Schritt, die Hügel von Erzurum leuchten im Abendschein, die Minaretts von Herat tauchen auf am Ende der Ebene. Aber eine Choleraseuche hält uns in Iran fest, und was eben noch eine flüchtige Vision war, eine Atempause, wird zu einer Episode, einem Abschnitt gelebten Lebens. In Kabul schließen wir Freundschaften, richten uns häuslich ein, kennen den Russen, der europäisches Brot bäckt, und den Gulam Haidar, der Füllfedern, Luftpost-Briefcouverts und Veramon zu verkaufen hat. Schon haben wir unsere täglichen Gewohnheiten, finden den Heimweg im Dunkeln, und es hängt schließlich nur von einem Zufall ab, dass wir nicht den Rest unseres Lebens hier verbringen: hier oder anderswo, am Rand des Kaspischen Meeres beispielsweise, wo das Klima höllisch ist und der Kaviar spottbillig, das Malariafieber gratis.“

a) Peter Scholl-Latour (in: Cholera im Paradies)
b) Roger Willemsen (in: Die Enden der Welt)
c) Annemarie Schwarzenbach (in: Alle Wege sind offen. Die Reise nach Afghanistan)

Die richtige Antwort ist: c) Annemarie Schwarzenbach (in: Alle Wege sind offen. Die Reise nach Afghanistan)
Der Gewinner von Frage 12 ist:K. Pingel
Der Preis: Heisl: Abriss




13. Dezember 13, Frage 11:


Aus welchem Tagebuch stammen die folgenden Beobachtungen?

„Ich empfand es als Blasphemie, als jemand in Deutschland mir einmal sagte: Die Straße gehört dem Motor. In Irland war ich oft versucht zu sagen: Die Straße gehört der Kuh; tatsächlich werden die Kühe so frei zur Weide wie die Kinder zur Schule geschickt; herdenweise nehmen sie die Straße ein, drehen sich hochmütig nach dem hupenden Auto um, und der Autofahrer hat hier Gelegenheit, Humor zu beweisen, Gelassenheit zu üben und seine Geschicklichkeit zu erproben: er fährt vorsichtig bis nahe an die Kuhherde heran, zwängt sich ängstlich in die gnädig gebildete Gasse, und sobald er die vorderste Kuh erreicht, sie überholt hat, darf er Gas geben und sich glücklich preisen, weil er einer Gefahr entronnen ist; […] Wem die Straße gehört, ist in Irland noch lange nicht entschieden – und wie schön sind diese Straßen: Mauern, Mauern, Bäume, Mauern und Hecken: die Steine der irischen Mauern würden ausreichen, den Turm von Babel zu erbauen, aber die irischen Ruinen beweisen, daß es zwecklos wäre, diesen Bau zu beginnen. Jedenfalls gehören diese schönen Straßen nicht dem Motor: sie gehören dem, der sie gerade beansprucht und der dem, der sie frei haben möchte, Gelegenheit gibt, seine Geschicklichkeit zu beweisen.“

a) Mein irisches Tagebuch (von Ralph Giordano)
b) Mein irisches Pubreisetagebuch (von Harry Rowohlt)
c) Irisches Tagebuch (von Heinrich Böll)

Die richtige Antwort ist: c) Irisches Tagebuch (von Heinrich Böll)
Die Gewinnerin von Frage 11 ist: A. Hanke
Der Preis: Stothard: Pink Hotel




12. Dezember 13, Frage 10:


Wer verfasste diese Huldigung an den Regen von Brünn?

„Nach Brünn muss man, um den Regen zu sehen. Es gibt Dichter, die haben fast nur über Brünn geschrieben, und fast nur darüber, wie es ist, wenn es regnet in Brünn. Dann ist es dort trauriger als irgendwo sonst auf der Welt, aber auf weniger persönlich gefärbte Weise, denn der Brünner Regen wäscht der Traurigkeit das Private aus, das Deprimierte und Geknickte, bis sie nichts mehr ist als fleckenlos reine, essentielle Traurigkeit.“

a) Karl-Markus Gauß (im: Wald der Metropolen)
b) Ivan Blatný (in: Hoffnung auf Heimkehr)
c) Karel Gott (in: Endstation Brünn)

Die richtige Antwort ist: a) Karl-Markus Gauß (im: Wald der Metropolen)
Die Gewinnerin von Frage 10 ist: Kerstin El-Hokayem
Der Preis: Schlink: Sommerlügen




11. Dezember 13, Frage 9:


Welche Wanderung liegt hinter den hier gelobten Schuhen?

„Morgen geh ich nach Grimme und Hohenstädt, und da will ich ausruhen trotz Epikurs Göttern. Mir deucht, dass ich nun einige Wochen ehrlich lungern kann. Wer in neun Monaten meistens zu Fuß eine solche Wanderung macht, schützt sich noch einige Jahre vor dem Podagra. Zum Lobe meines Schuhmachers, des mannhaften alten Heerdegen in Leipzig, muß ich Dir noch sagen, dass ich in den nehmlichen Stiefeln ausgegangen und zurückgekommen bin, ohne neue Schuhe ansetzen zu lassen, und daß diese noch das Ansehen haben, in baulichem Wesen noch eine solche Wanderung mit zu machen.“

der

a) Spaziergang von Rostock nach Syrakus (von Friedrich Christian Delius)
b) Gang nach Canossa (von Frederik Berger)
c) Spaziergang nach Syrakus (von Johann Gottfried Seume)

Die richtige Antwort ist: c) Spaziergang nach Syrakus (von Johann Gottfried Seume)
Der Gewinner von Frage 9 ist: Heiko Müller
Der Preis: Wells: Fast genial




10. Dezember 13, Frage 8:


In welchem 'Büchlein Reisenotizen' findet sich folgende Passage?

„'Paprikáskrumpli', sagte Elga, 'hat auch der Grass Günther bei mir gegessen, der hat zwei große Teller gegessen, dann hat er sich einen dritten genommen, da haben wir aufgehört zu essen und haben nur nach dem Grass geschaut, doch der hat auch den dritten Teller verschlungen, dann hat er sich einen vierten genommen, da hab` ich mir gedacht, das kannst du nicht dulden, der platzt auseinander, aber dann war ich doch neugierig und hab` ihn gelassen, und da hat er auch den vierten Teller hinuntergebracht!>' - 'Und dann?' frage ich begierig, und Elga sagt strahlend: 'Und dann hat er Salami und Käse gegessen'“

a) Zweiundzwanzig Tage oder die Hälfte des Lebens (von Franz Fühmann)
b) Paprika am Plattensee (von Marika Rökk)
c) Thomas Mann mampft Kebab am Fuße des Holstentors: Geschichten und Aufsätze ( von Péter Esterházy)

Die richtige Antwort ist: a) Zweiundzwanzig Tage oder die Hälfte des Lebens (von Franz Fühmann)
Die Gewinnerin von Frage 8 ist: Rebekka Schubert
Der Preis: Dörrie: Alles inklusive




9. Dezember 13, Frage 7:


Wo wird ein polnischer Reiseautor mit dieser Frage konfrontiert?

„'Where is your bed?' Es stellte sich heraus, daß sogar mäßig betuchte Leute im Zug nur mit dm eigenen Bett reisen – und dann erst ein Besucher aus dem reichen Europa! So ein Reisender erscheint am Bahnhof mit einem Diener, der auf dem Kopf eine zusammengerollte Matratze, Decke, Leintuch, Kissen und das übrige Gepäck trägt. Im Waggon (es gibt keine Bänke) bereitet der Diener seinem Herrn das Bett und verschwindet daraufhin wortlos, als hätte er sich in Luft aufgelöst. Mir, der ich im Geiste der Brüderlichkeit und Gleichheit der Menschen erzogen wurde, erschien diese Konstellation, daß einer mit leeren Händen dahinspaziert, während ein anderer ihm eine Matratze, den Koffer und einen Korb mit Essen nachträgt, äußerst anstößig, Protest und Auflehnung provozierend. Doch das vergaß ich rasch, denn als ich den Waggon betrat, schallten mit von allen Seiten verblüffende Stimmen entgegen:

a) in Tirana (Andrzej Stasiuk in: Fado. Reiseskizzen)
b) in Benares (Ryszard Kupuscinski in: Meine Reisen mit Herodot)
c) in Mexiko-City (Slawomir Mrozek in: Was uns trägt. Bettgestellgeschichten)

Die richtige Antwort ist: b) in Benares (Ryszard Kupuscinski in: Meine Reisen mit Herodot)
Der Gewinner von Frage 7 ist: Roland Beer
Der Preis: Walker: Delikatessen




7. Dezember 12, Frage 6:


Wer sah das Folgende in Trogir (Kroatien)?

„Gestern: Im Busbahnhof von Trogir, in der mürrischen Atmosphäre des Sonntagabends, der Leere, der Entleertheit, dem angedunkelten Speiseraum, der Überzahl des Personals da: und plötzlich tauchte ein junger, unschuldig-kindlich wirkender Mann auf, bei dessen Eintreten ein Freudestrahlen, auch ganz kindlich, durch die Bediensteten ging, auch die zuvor besonders verächtlich schöne junge Kellnerin, so als ein nun endlich der erwartete, sehnlich erwartete Held gekommen, und die Dreischaft des Personals wandte sich einander zu mit dem sanften Lächeln des Ich stellte mir vor, er sei ein Fußballer, der Star von Hajduk Split, der gerade noch im Stadion (Radio) das Siegestor geschossen hatte und nun heimgekehrt war in seinen Wohnort Trogir, frisch, im Staubmantel, gewohnt ans Gefeiertwerden, und bescheiden damit umgehend. Und dann war der Held gegangen, und kurze Zeit strahlte es noch in dem öden Raum, an dem die Passagiere draußen, von und zu den Bussen, nun festlich vorbeidefilierten.“

a) Miroslav Nemec (in: In meinem kleinen Land)
b) Robert Perisic (in: Unser Mann vor Ort)
c) Peter Handke (in: Gestern unterwegs)

Die richtige Antwort ist: c) Peter Handke (in: Gestern unterwegs)
Die Gewinnerin von Frage 6 ist: Alexandra Maier
Der Preis: Ohlin: In einer anderen Haut




6. Dezember 13, Frage 5:


In welchem Buch findet sich folgende Beschreibung?

„Vor den Schaltern der Eisenbahn in der französischen Provinz kann man noch unwahrscheinliche Gestalten sehn. Da gibt es alte Damen mit langen, schwarzen Röcken und vielen Unterröcken, mit einem Großmamabusen, rund, aber ehrfurchterweckend, und mit einem schwarzen Kapotthütchen. Sie stehen und warten geduldig, bis die Reihe an ihnen ist. Vor dem Schalterfensterchen kommt wie der Blitz der Erkenntnis über sie: Dazu braucht man Geld! Zum Bezahlen! Allmächtiger Gott! Und die alten Hände graben hinterwärts in eigentümlichen Schlitzen und Grotten und produzieren ein altes Lederportemonnaie. Daß der Billett-Mann ihnen den Preis genannt hat, haben sie längst vergessen. - Und dann zählen sie und verzählen sich, haschen herunterwehende Geldscheine, reichen hin und nehmen wieder zurück […], bekommen Geld heraus und zählen es misstrauisch, fragen noch einmal vorsichtshalber, wie man fahren muß, wenden sich und vergessen das Billett. Ich habe drei Züge durch sie versäumt – aber man kann ihnen nicht böse sein, den guten alten Winterfliegen.“

a) in: Unsere schönsten Jahre (von Friedrich Sieburg)
b) in: Vom Glück Französin zu sein (von Ulrich Wickert)
c) in: Ein Pyrenäenbuch (von Kurt Tucholsky)

Die richtige Antwort ist: c) in: Ein Pyrenäenbuch (von Kurt Tucholsky)
Der Gewinner von Frage 5 ist: H. Endlich
Der Preis: 250 Gartenträume




5. Dezember 13, Frage 4:


Wer stimmt diese Meditation im Angesicht Lembergs an?

„Es ist eine große Vermessenheit, Städte beschreiben zu wollen. Städte haben viele Gesichter, viele Launen, tausend Richtungen, bunte Ziele, düstere Geheimnisse, heitere Geheimnisse. Städte verbergen viel und offenbaren viel, jede ist eine Einheit, jede eine Vielheit, jede hat mehr Zeit als ein Berichterstatter, als ein Mensch, als eine Gruppe, als eine Nation. Die Städte überleben Völker, denen sie ihre Existenz verdanken und Sprachen, in denen ihre Baumeister sich verständigt haben. Geburt, Leben und Tod einer Stadt hängen von vielen Gesetzen ab, die man in kein Schema bringen kann, die keine Regel zulassen. Es sind Ausnahmegesetze.“

a) Joseph Roth (in: Lemberg, die Stadt)
b) Joseph Ratzinger (in: Der Geist der Städte)
c) Stanislaw Lem (in: Memoiren, gefunden in der Badewanne)

Die richtige Antwort ist: a)
Der Gewinner von Frage 4 ist: Tobias Luther
Der Preis: Helgason: Eine Frau bei 1000°




4. Dezember 13, Frage 3:


3. Von welchem Kontinent ist hier die Rede?

„So ist der … Kontinent ein Reich ohne Herrscher geworden, eine Nation ohne Hymne oder Flagge, ein weites Land ohne Grenzpfosten, der einzige Ort auf dieser Welt, an dem kein Mensch Sie auffordern kann, ihm Ihren Ausweis zu zeigen. Ein unermesslicher Kontinent, Eigentum der ganzen Menschheit, der nur der Wissenschaft und dem Frieden gewidmet ist.“

a) vom arktischen (in: Die Entdeckung der Langsamkeit von Sten Nadolny)
b) vom antarktischen (in: Grosser Süden von Érik Orsenna und Isabelle Autissier)
c) vom austriakischen (in: Mein Österreich, das lob ich mir von Thomas Bernhard)

Die richtige Antwort ist: b)
Die Gewinnerin von Frage 3 ist: Cordula Görtz
Der Preis: Schieß los! 25 schnelle Krimigeschichten




3. Dezember 13, Frage 2:


2. Wer erzählt hier von einem Morgen in Zagreb?

„Die Acht-Uhr-früh-Sonne, schon bleich glühend im weißen Himmel, steht genau zwischen den Türmen der Kathedrale. Der Schatten des rechten wandert wie der Zeiger einer Sonnenuhr über glänzende Äpfel in erster Reihe, über hellgrüne Ballungen von Weintrauben dahinter, Berge erlegter Salatköpfe und satzzeichenhaft gebogene Bananen. Während die volle Stunde von Glocken besungen wird, als wäre es zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte acht Uhr früh, betrachte ich die großen Steinengel, hinter Gitter gesperrt für die Zeit der Renovierung, und Gott läuft mir als Schweißbach den Rücken hinunter.“

a) Sasa Stanisic: Wie der Soldat das Grammofon repariert
b) Branko Zebec: Immer erste Klasse
c) Juli Zeh: Die Stille ist ein Geräusch

Die richtige Antwort ist: c)
Die Gewinnerin von Frage 2 ist: Regina Möller
Der Preis: Goemans: Gleitflug




2. Dezember 13, Frage 1:


1. Wer lernt hier ein neues Land und neue Sitten kennen?

„In der Abendkühle ging ich spazieren und befinde mich nun wirklich in einem neuen Lande, in einer ganz fremden Umgebung. Die Menschen leben ein nachlässiges Schlaraffenleben: erstlich haben die Türen keine Schlösser; der Wirt aber versicherte mir, ich könnte ganz ruhig sein, und wenn alles, was ich bei mir hätte, aus Diamanten bestünde; zweitens sind die Fenster mit Ölpapier statt Glasscheiben geschlossen; drittens fehlt eine höchst nötige Bequemlichkeit, so dass man dem Naturzustand hier ziemlich nahe kömmt. Als ich den Hausknecht nach einer gewissen Gelegenheit fragte, deutete er in den Hof hinunter.'Qui abasso può servirsi!' Ich fragte:'Dove?' - 'Da per tutto, dove vuo!' antwortete er freundlich.“

a) Georg Philipp Telemann (in: Der Donnerbalken)
b) Johann Wolfgang Goethe (in: Italienische Reise)
c) Felix Hartlaub (in: Italienische Reise)

Die richtige Antwort ist: b)
Die Gewinnerin von Frage 1 ist: Heike Besier
Der Preis ist ein Buch von Ivey: Das Schneemädchen